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Geboren auf einem Bauernhof im Osnabrücker Land in einer Familie von Landwirten und Handwerkern wird Heinrich Netheler schon früh von der ländlichen Zuverlässigkeit, dem bodenständig-praktischen Wirtschaften und der Mitmenschlichkeit nachhaltig geprägt.

Obwohl ältester Sohn und damit für die Hofnachfolge vorgesehen, zog es den jungen Mann nach dem - im Jahre 1928 auf dem Gymnasium in Quakenbrück bestandenen - Abitur an die Technische Hochschule nach Braunschweig, wo er das Studium der Elektrotechnik aufnahm, welches er im Jahre 1934 als Diplom-Ingenieur abschloss.

Als begeisterter Flieger führte ihn sein Weg nach Beendigung des Studiums direkt an die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt -DVL- in Berlin-Adlershof, wo sich ihm die vortreffliche Gelegenheit bot, im Kreise von wissenschaftlichen Kapazitäten an gänzlich neuen, bahnbrechenden Technik-Projekten zu arbeiten. An dem angegliederten Forschungsinstitut für Hochfrequenztechnologie spezialisierte er sich auf diesem Fachgebiet. Aus dieser wissenschaftlichen Tätigkeit erwuchs auch seine Dissertation über die Optimierung von Flugzeugstabantennen, für die ihm im Jahr 1941 von der Technischen Hochschule Berlin die Würde eines Doktor-Ingenieurs verliehen wurde.

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Kurz nach Kriegsende entwickelte Heinrich Netheler als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Hochfrequenztechnologie 1945 am Städtischen Krankenhaus in Lübeck-Süd die Idee für den Aufbau und die Konstruktion einer Ultraschall-Tomographie-Apparatur auf der Grundlage de Radartechnik. Jedoch konnte diese Idee nicht bis zur konkreten Erstellung einer Erprobungsapparatur umgesetzt werden, da hierfür die erforderlichen Geldmittel fehlten.

Mit den verbliebenen Mitarbeitern der von ihm geleiteten Hochfrequenzforschungsgruppe gründete er am 7. August 1945 auf dem Gelände des Universitätskrankenhauses Eppendorf -UKE - die "Arbeitsgruppe Dr. Netheler". Die geplante Eingliederung der Arbeitsgruppe in den Verband der Universität gelang jedoch nur zeitweise, so dass zur Sicherung des Fortbestands der Gruppe entgegen ursprünglichen Absichten ein eigenes Unternehmen - die "Elektromedizinische Werkstätten GmbH" - gegründet wurde, welche als Keimzelle der heutigen Eppendorf AG bezeichnet werden kann. Neben zahlreichen Reparaturaufträgen für das UKE widmete sich die Gruppe schon sehr früh dem primären Ziel der beiden Gründer, nämlich "fortschrittliche, qualitativ hochwertige Produkte zur Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen zu entwickeln." In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche neue Geräte und Techniken, die von der Fachwelt als Meilensteine gewürdigt wurden und in vielen Fällen noch heute als Standardmethoden in der medizinischen Diagnostik, Therapie und Forschung zum Einsatz kommen, wie z.B. das Photometer und die Kolbenhubpipette.

In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die Entwicklung der modernen Analysenmethodik wurde Dr. Heinrich Netheler im Jahr 1979 die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Medizin der Universität Hamburg verliehen.

Im Jahr 1971 legte Dr. Heinrich Netheler gemeinsam mit seinem Partner Dr. Hans Hinz die Geschäftsführung des Unternehmens in externe Hände und übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates, welchen er bis zum Jahre 1979 innehatte. Den Wachstumskurs der Unternehmensgründer setzte das Unternehmen jedoch fort: mittlerweile wird weltweit von über 2.000 Mitarbeitern ein jährlicher Umsatz von rund 350 Millionen Euro erwirtschaftet. Auch die wertorientierte Philosophie der Gründerväter ist in ihren Grundzügen erhalten geblieben: Die Eppendorf AG ist nach wie vor ein strategisch umfassend aufgestelltes, fundiertes Unternehmen, welches sich offensiv der Innovation, dem positiven Fortschritt sowie modernsten Technologien verpflicht fühlt; dabei jedoch zu keiner Zeit die essentielle Tatsache aus den Augen verloren hat, dass bewährte Wertvorstellungen und ein fairer Umgang miteinander die unverzichtbaren Schlüsselkategorien für längerfristigen und nachhaltigen unternehmerischen Erfolg darstellen. Diese ganzheitlich orientierte, authentische Unternehmenskultur geht im Kern auf die lebensphilosophischen Wurzeln von Dr. Heinrich Netheler zurück - was nicht zuletzt einen praktischen Beweis für die Symbiose von ethischer Wert-Tradition und technologischem Fortschritt bedeutet.