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Das deutsche Wort Bionik setzt sich aus Biologie und Technik zusammen.
Diese interdisziplinäre Wissenschaft beschäftigt sich mit der Entschlüsselung von Erfindungen der Natur und ihrer innovativen Umsetzung in die vom Menschen geschaffenen Technik. Diese im Laufe der biologischen Evolution entstandenen und optimierten "living prototypes" bieten einen unerschöpflichen Vorrat an Konstruktionsprinzipien und Verfahren von höchster, erprobter Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit. Die Idee der Bionik ist es, diese als Vorbild für ähnlich gelagerte technische Anwendungsbereiche zur Bewältigung verschiedenster Problemstellungen einzusetzen. Dabei soll die Natur nicht kopiert werden, sondern lediglich als Inspiration und Ideenpool genutzt werden.

Bionik ist somit die systematische Beobachtung und Untersuchung der Problemlösungen der Natur im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit auf menschliche Technik und Materialien. Ziel der Bionik ist die Entwicklung von innovativen technischen Produkten, Prozessen oder Systemen.

Als historischer Begründer der Bionik wird zu Recht Leonardo da Vinci angeführt, der beispielsweise den Vogelflug empirisch-experimentell analysierte und versuchte, seine dabei gewonnenen Erkenntnisse auf die Konstruktion von Flugmaschinen zu übertragen. Das erste deutsche Patent im Bereich Bionik wurde 1920 Raoul Heinrich Francé für einen "Neuen Streuer" nach dem Vorbild einer Mohnkapsel erteilt (Dt. Patentamt, Nr. 723730). Kurz darauf entstand eine weitere nützliche Erfindung nach dem Vorbild der Klette. Das Prinzip wurde von dem Schweizer Wissenschaftler George de Mestral entdeckt. Er nutzte die Eigenschaft der Klettfrucht, um den Klettverschluss zu erfinden. Zu einer etablierten Wissenschaftsdisziplin entwickelte sich die Bionik erst in den letzten Jahrzehnten insbesondere aufgrund neuer und verbesserter Methoden (Rechnerleistung, Produktionsprozesse).